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Forschung in der Funktionellen Aquatischen Ökologie: Basis für den Schutz der Biodiversität

Bericht über den Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Geist in der K12 am 9. März 2010

Den Schwerpunkt des Vortrages bildet die beispielhafte Darstellung der Forschungsarbeit von Professor Dr. Geist und seines Teams an der Technischen Universität München zur Biodiversität in Gewässern und die Entwicklung von nachhaltigen Schutzkonzepten.
In Rahmen seiner Präsentation nimmt er zunächst eine Begriffklärung vor und geht auf die verschiedenen Ebenen der Biodiversität ein. Er zeigt auf, wie Aussterbeprozesse bei Arten funktionieren und wie sich verschiedene Gefährdungsfaktoren auf aquatische Ökosysteme und deren Biodiversität auswirken. Sodann berichtet er über die Entwicklung von Modellen, die die zeitlich-räumliche Verteilung von Biodiversität und Produktivität in Gewässern beschreiben. Besonders fasziniert Professor Dr. Geist dabei die Verbindung von molekularbiologischer und ökologischer Forschung.
Im weiteren Verlauf werden konkrete Forschungsbeispiele zu vier Themen aufgezeigt. Im Einzelnen handelt es sich dabei um
• die Modellierung aquatischer Habitatqualität und aquatischer Schlüsselhabitate
Beispiele:
Die Bedeutung des Gewässersubstrates für das Aufwachsen von bedrohten Flussperlmuscheln und Möglichkeiten der Förderung bedrohter Fischarten im Süßwasser.
• demographische und genetische Populationsstrukturen bei aquatischen Organismen
Beispiele:
Die Entwicklung genetischer Marker von nicht-invasiven DNA-Probenahme-Methoden, die Rekonstruktion der nacheiszeitlichen Besiedelung Europas bei verschiedenen Fischarten mittels genetischer Methoden, und die Mechanismen der Evolution von Wirts-Parasiten Systemen in Gewässern
• die Untersuchung aquatischer Nahrungsnetze
Beispiele:
Die Auswirkung von nicht-heimischen Arten auf die Funktionalität von Nahrungsnetzen am Beispiel von invasiven Grundeln in der Donau
Die Nutzung von langlebigen Muscheln als Zeitarchiv, in dem sich mittels Analyse stabiler Isotope Veränderungen in Gewässern über die Zeit analysieren lassen
• die Entwicklung von Stress-Biomarkern bei Fischen.
Beispiele:
Die Stressantwort im Fisch als „Fingerabdruck“ für die Schadstoffbelastung eines Gewässers und ihre Nutzung als Frühwarnsystem.

In der anschließenden Diskussion beantwortet Professor Dr. Geist Fragen zur heimischen Flussperlmuschel und zur Artenvielfalt im Untreusee. Danach berichtet er über seinen Alltag als Forscher und Professor und gibt wertvolle Tipps zum Studium und zur Berufswahl.

Wir bedanken uns bei Professor Dr. Geist für die sehr informativen und anschaulichen Ausführungen. Professor Dr. Geist legte 1996 am Schiller-Gymnasium seine Abiturprüfung ab.

Sonja Hiller

Pressemitteilung zur Berufung von Prof. Dr. Geist zum Ordinarius am neu geschaffenen Lehrstuhl für „Aquatische Systembiologie“ der TU München

 

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