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Schulspiel und Theater

Nach dem Erfolg der letzten Vorstellung von „Meine Leiche, Deine Leiche“ am 4. Juli 2006 – Fußballfans werden sich an diesen für die Deutsche Nationalmannschaft so schweren Tag erinnern - , bei der unser scheidender Chef, Herr Oberstudiendirektor Fritz Walther, selbst Hand mit anlegen durfte, stand für die Theatergruppe und ihre Leiterin fest: eine neue Komödie muss her!

Die italienische Commedia dell'arte schien dafür genau richtig. So fiel die Wahl auf ein modernes Stück im Stile derselben mit den wohlbekannten Charakteren eines Pantalone – der seiner jungen verwitweten Nachbarin nicht abgeneigt wäre und danach trachtet seinen Sohn Orazio, der derselben Dame sein Herz schenkte, abzuschieben nach Perugia oder sonst wohin -, Capitano Spavento – ein pompös daher schreitender, mit seiner Tapferkeit prahlende Mann vom Militär, der Isabella ebenfalls nachstellt, den jedoch Pantalones Tochter Rosaura zu lieben glaubt, unglücklich und völlig unsinniger Weise versteht sich - , treue, aber etwas dümmliche Diener einer Padrona, die weiß, was sie will, eine Zauberin, ein echter Dottore und zwei Dentisten, die so falsch sind wie ihre Bärte. Ein gerissener Diener à la Goldoni darf natürlich nicht fehlen. Pedrolino mischt überall mit und bekommt doch selbst den Wahnsinnszauber ganz heftig zu spüren.

Der verwickelten Liebesromanzen, Irrungen und Wirrungen, Verwechslungen, Schabernak und Hiebe gibt es viele, bevor sich am Ende der Unsinn zum Sinn fügt, ein jeder Topf sein Deckelchen erhält – und wer keines bekommt, soll sich auch nicht grämen. Schließlich soll es ein unterhaltsamer, fröhlicher Abend werden, Miesepeter unerwünscht!

Bei den ersten Lese-Proben und mehr noch Spiel-Proben stellte sich schnell heraus, dass eine moderne Krimi-Komödie sich anders spielt als ein Stück im Stile der Commedia dell'arte. Dank der langjährigen Kontakte zum Theater war es möglich einen Schauspieler zu uns einzuladen, der uns nach guter Schauspieltradition mit Armkreisen, Kopfnicken und seltsamen Laut-Kombinationen zum Nachsprechen einheizte, bevor er eine Szene mit uns erarbeitete. Hier sei noch einmal Herrn Jan-Hinnerk Arnke aus dem Schauspielensemble des Theaters Hof ganz herzlich gedankt. Es war umwerfend, wie groß sein Repertoire an Spielweisen ist. Anscheinend bereitete es auch ihm Spaß, mit uns eine Szene zu erarbeiten. Gerne erinnern wir uns an den 7. Dezember 2006. Schade, dass nach 90 Minuten unsere Proben-Zeit schon vorbei war.

Schauspieler Jan-Hinnerk Arnke bei Sprechübungen mit Teilnehmern am Schulspiel

Probe in Klassenzimmer mit Textbüchern (Tina Wittek, Jana Gilch, Anica Willmann)

 

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