[schiller-gymnasium hof]
[NTG und WSG-W]

SOMMERKONZERT 2006

Beim Konzert in der Freiheitshalle präsentiert sich die „Fachschaft Musik“: Populär, famos und pompös

Hunderte Mitwirkende auf der Bühne des großen Hauses der Freiheitshalle sorgten Donnerstagabend für ein umjubeltes Sommerkonzert des Schiller-Gymnasiums.

HOF – Musikalische Stimmung und gediegene Atmosphäre kommen schwerlich auf, wenn im großräumigen, teils sogar luftig-leeren Konzertsaal das Licht nicht gedimmt ist; wenn die Augen des Publikums ungehindert umherwandern können – über die Mit-Zuhörer, über die Rettungskräfte auf der anderen Saal-Seite oder über die große Zahl der Schüler, die hinter und neben der Bühne auf ihren Einsatz warten. Den hatten nämlich viele in der zweieinhalbstündigen Präsentation Schillerscher Ton-Pädagogik der „Fachschaft Musik“ an Hofs größtem Gymnasium: Karin und Wolfgang Mehling hatten Organisation und Leitung inne.

„Und wenn es Ihnen gefallen hat...“, setzte Schulleiter Fritz Walter in seiner Begrüßungsansprache an – zum letzten Mal, nach 19-fachem jährlichen Hinweis auf „die Schüler mit dem Körbchen an den Ausgängen“. Gelobt hat er seine Schüler auch hinterher: für ein viel beklatschtes Konzert, ihre große Motivation und die vielfältigen Vorträge.

Die Anfänge machten, traditionsgemäß seit ihrer Einführung in Zusammenarbeit mit der Musikschule der Hofer Symphoniker, die Bläserklassen: Mit einer marschartigen „Trompeten-Melodie“ und dem schlagzeug-betrommelten Village-People-Song „YMCA“ zeigten die fünfte und sechste Klasse, was sie bei Symphoniker-Lehrer Marek Olszowka im vergangenen Jahr gelernt haben. Ihre Vorgänger, die sich im „Symphonischen Blasorchester“ zusammengeschlossen haben, leiteten die zweite Halbzeit ein: Nach einem „Pssst“ von Dirigent Benjamin Sebald schreckten laut geschlagene Schellen auf zum „Final Countdown“, mächtige Posaunen meldeten „Smoke on the water“.

Viele populäre Melodien sind aufgetaucht, zwischendurch auch Neues, Unbekanntes: Abiturient Benedikt Gradel ließ vier Schlagzeug-Schlegel gleichzeitig über das Marimbaphon hüpfen – „Ghanaia“ erzählte in warmen, weichen Wellen von der Wüste, von der verschwindenden Weite afrikanischer Steppe, von Wasserbüffeln und Buschtrommeln vielleicht.

Mozart war auch „auf der Bühne“ – mit einer Bearbeitung für Blockflöten einer Sklaven-Szene seiner Zauberflöte („Das klinget so herrlich“), und mit einem „Menuett in A-Dur“, arrangiert für Gitarren-Ensemble. Zum feingliedrig dargebotenen Klassiker suchten sich die Ensembles je ihr Kontrastprogramm in Ragtime und Rock – beschwingt im Rhythmus, synkopiert und fröhlich-freundlich auffordernd.

Bekanntes spielte auch das Schulorchester, sauber, sicher und versiert: Auszüge aus Camille Saint-Saens „Karneval der Tiere“ und Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ hallten gut aufgestellt und ebenso intoniert durch die Halle. Aus der populären Reihe der Brahms’schen „Ungarischen Tänze“ ist der in a-Moll wohl wenig häufig gehört – „Jugend musiziert“-Preisträger Januka Gunaratnam und Philipp Huber stellten am Klavier vor, wie wildes, leidenschaftliches Feuer sprunghaft in sanft-zarte Wogen übergehen kann. Umgekehrt Béla Bartóks „Rumänische Volkstänze“ von Kirsti Mehling auf der Violine und Andrea Mickley am Klavier: Von tief Moll, von schleichend-ziehenden Schlurf-Schritten steigerten sie sich, zwischendurch nur schwer zu zügeln, bis zur schrillen Extase eines wirbelnden Tanz-Akts.

Die Stärke des „Schillers“ ist besonders aber wohl die Größe seiner Chöre – in verschiedener Zusammenstellung und mit wechselnder Begleitung, doch fast immer die „100 Kehlen“ übersteigend, sangen sie Pop-, Film- und Musical-Songs. Und standen, als Bild vom Publikum aus, für den Charakter von vielen der Darbietungen: Monumental, pompös, imposant.

CHRISTOPH PLASS - FRANKENPOST 01.07.2006

 

© in 2012 Schiller-Gymnasium Hof