| Aktuelles | Schulleitung | Verwaltung |
| Kollegium | Bildungsangebot | Förderverein |
| Schulentwicklung | Schulleben | Schulgebäude |
Hof – Jeder Platz in der Michaeliskirche ist besetzt. Selbst in die hinterste Ecke auf der Empore quetscht sich noch jemand, nur um nichts vom diesjährigen Weihnachtskonzert des Schiller-Gymnasiums zu verpassen. Oberstudiendirektor Rainer Schmidt zeigte sich sehr erfreut über das große Interesse und stellte das Konzert am Dienstagabend unter ein Motto, das er sich von einem Schülergebet abgelauscht hatte: „Gott, lass die Welt, in der wir leben, durch uns ein bisschen heller werden.“
Tatsächlich musizieren die Schüler ganz in diesem Sinne: Nachdem die Massen mit einigen Hammerschlägen auf die Röhrenglocken zum Schweigen gebracht wurden, eröffnet die Bläserklasse 5b mit einem schwungvollen Weihnachtsmarsch den Abend. Mit Begeisterung wird auch im Folgenden von der Bläserklasse 6b und vom Jugendblasorchester (alle in Zusammenarbeit mit den Hofer Symphonikern) musiziert. In verschiedenen weihnachtlichen Medleys reiht sich eine bekannte Melodie an die andere, und es ist nicht schlimm, wenn auch einmal ein Ton danebengeht – was zählt, ist die Vorfreude auf das große Fest, die hier kräftig ausgekostet wird.
Kritischer Blick auf den Stress
Doch nicht nur die Vorfreude und die Hoffnung, die vom Weihnachtsfest ausgehen, werden angesprochen – auch ein kritischer Blick auf den vorweihnachtlichen Stress und den Werteverlust finden in Texten von Jörn Foth Platz, eingebettet in das Medley „Die Winterrose“ von Kurt Gäble.
Das Symphonische Blasorchester Hof kann auf technische Souveränität bauen, die mit entsprechendem Gefühl untermalt wird. Besonders gefühlvoll geht es auch bei den Solisten des Abends zu. Während sich Mihail Iacovescu (K12) auf seiner Violine und Johannes Schnabel (9c) an der Orgel mit virtuosen Ausschnitten aus dem Oeuvre Bachs ganz allein behaupten müssen, wird Gittarrist Nikolas Göhl (K12) bei zwei Sätzen aus Vivaldis Gitarrenkonzert D-Dur ganz zart vom Schulorchester unterstützt – schade nur, dass immer wieder eigentlich erwachsene Besucher die Vorträge auf der knarrenden Treppe stören, schließlich haben sich alle Akteure viel Mühe bei der Vorbereitung gegeben. . .
Aufgeregtes Tuscheln
Höhepunkt der Soloauftritte: Viviane Vassilevas „Kleine Toccata“ von Peter Christokov am Marimbaphon. Ein Raunen geht schon bei ihrem Auftritt durch die Kirche, und man hört es aufgeregt tuscheln: „Ist das nicht die Kleine, die so toll Schlagzeug spielt?“ Und es werden keine Erwartungen enttäuscht: Brillant lässt sie in schier unmenschlichem Tempo die Schlägel über ihr riesiges Instrument tanzen, setzt dabei ihren ganzen Körper ein und scheint sich im völligen Einklang mit ihrer Musik zu befinden – Applaus und Jubel sind ihr verdienter Lohn.
Die Publikumsreaktionen steigern sich von Nummer zu Nummer, angefangen bei den Chören der 5. und 6. Klassen, die Weihnachtslieder zum Besten geben, über den Kammerchor, der – angereichert mit zahlreichen Soli – nicht nur über Rentier Rudolph singt, sondern es sogar persönlich auf die Bühne holt, bis hin zum Finale: Fast 400 Akteure versammeln die Musiklehrer Wolfgang Mehling, Gerhard Olesch und Monika Philipps vor dem Altar, um mit vereinten Kräften das Konzert zu beschließen.
Christine Wild
HOFER ANZEIGER 18.12.2008