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HOF - Draußen ist es sehr kalt – aber im Inneren der Michaeliskirche herrscht aufgeregtes Treiben, Schüler und Publikum drängen sich dicht an dicht auf allen nur verfügbaren Sitz- und Stehplätzen. Um kurz vor sieben sausen die letzten Schüler auf ihre Plätze, Fotos werden geschossen, die Kirche gleicht einem Ameisenhaufen.
Doch Punkt sieben Uhr nehmen die Bläserklasse der 5b und der Chor der 5. Jahrgangsstufe sehr diszipliniert vor dem Altar ihre Plätze ein, und auch in den Zuschauerreihen kehrt langsam Ruhe ein. Getreu der Botschaft, die laut Oberstudiendirektor Rainer Schmidt das diesjährige Adventskonzert des Schiller-Gymnasiums übermitteln möchte, eröffnen die ganz kleinen Sänger fröhlich den vorweihnachtlichen Abend mit „Joy To The World“.
Die Freude soll im Mittelpunkt des Konzertes stehen, dessen Gesamtleitung wie immer Oberstudienrat Wolfgang Mehling obliegt, unterstützt von seinen Kollegen Gerhard Olesch und Nicole Rösch, sowie von Marek Olszowka, Benjamin Sebald, Rainer Streit und Dietmar Ungerank von der Musikschule der Hofer Symphoniker.
Kaum setzt die Bläserklasse, die erst seit drei Monaten in Zusammenarbeit mit der Musikschule unterrichtet wird, sehr souverän zu „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ an, schon lassen sich zwei kleine Kinder direkt vor der jungen Musikern auf dem roten Teppich im Mittelgang nieder. Besonders der Junge des Gespanns taut schnell auf und unterstützt tatkräftig und äußerst selbstbewusst das Dirigat des Ensembleleiters der fortgeschrittenen Bläserklasse (6b), die sich schwungvoll mit einem mehrstimmigen Satz präsentiert…
So schraubt man sich langsam empor vom Unisono-Spiel der Einstiegs-Bläser bis hin zu den Auftritten von Jugendblasorchester und Symphonischem Blasorchester, die mit einem spritzigen Potpourri amerikanischer Weihnachtsmelodien zeigen, welch hohes Niveau sie in relativ kurzer Zeit erreicht haben – und lösen Stürme der Begeisterung beim Publikum aus.
Disziplin im Ameisenhaufen
Die Kinder hält es nicht mehr auf ihren Plätzen. Immer mehr Gesellschaft bekommt das Pärchen, das seit Beginn die Stellung auf dem roten Teppich hält, während nicht nur rockige Shownummern über die Bühne gehen, sondern auch einige Solisten und kleinere Ensembles mit besinnlicheren Tönen die Zuhörerschaft für sich gewinnen.
Nach den ruhigen, schlichten Renaissance-Klängen des Schulorchesters, teils vor dem Altar, teils auf der Empore platziert, entführt Nikolas Göhl zart und technisch sehr versiert auf der Gitarre in die Zeit des Barock, bevor Studienreferendarin Nicole Rösch, am Klavier unterstützt von ihrem Kollegen Wolfgang Mehling, unter Jubelstürmen der Schüler „Die Könige“ von Peter Cornelius mit hellem Sopran auf ihrem Weg nach Bethlehem begleitet.
Von ganz anderem Charakter hingegen ist der Beitrag von Franziska Ulrich, Mihail Iacovescu und Martin Klötzer, die über dem Tango-Fundament, das Januka Gunarantam ihnen am Piano erschafft, „Stille Nacht“ auf ihren Violinen in zuckersüßen Variationen – nicht ohne ein musikalisches Augenzwinkern – dahin schmelzen lassen.
Musikalisches Augenzwinkern
Genauso viel Spaß wie dieses Quartett scheinen auch der Chor der 6. Jahrgangsstufe und der Kammerchor nebst Solisten, unterstützt von verschiedenen akustischen und elektronischen Instrumenten, zu haben.
Vorwiegend weihnachtliche Gospels und Spirituals stehen auf ihrem Programm, und am Ende schaffen sie es, die Kirche mit „He’s Got The Whole World In His Hands“ tatsächlich zu rocken: Das Publikum klatscht mit, die Kinder im Mittelgang tanzen.
Diese Stimmung hält an bis zum Final-Medley „Überall ist Weihnacht“, zu dem sich rund 350 Sänger und Musiker vor dem Altar drängen und noch einmal die Zuhörer an ihrem Jubel und ihrer Freude teilhaben zu lassen.
Christine Wild
erschienen am 19.12.2007 im HOFER ANZEIGER
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