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Als Piraten verkleidet spielen die Musikanten Filmmusik.
Im großen Schulorchester spielen die Streicher mit. Fotos: Schmidt
Hof - "Ja, schon!", antwortet Wolfgang Mehling auf die Frage nach dem "aufgeregt Sein". Er hat in enger Zusammenarbeit mit der Musikschule der Hofer Symphoniker die Gesamtleitung des alljährlich wohl größten Schulkonzerts in der Region inne. Gemeinsam mit Monika Philipps, Nicole Rösch, Marek Olszowka, Benjamin Sebald und Rainer Streit hat Mehling wieder ein Meisterstück vollbracht: aus rund 400 mitwirkenden Schülerinnen und Schülern des Schiller-Gymnasiums Hof musikalisch das Bestmögliche herauszuholen.
Es herrscht emsiges Treiben - Techniker überprüfen die Musikanlage, letzte Einsingübungen werden gemacht, aus den Nebenräumen schmettern Trompeten. Dann ist es soweit. In der voll besetzten Michaeliskirche - insgesamt vereint das Konzert über 1000 Menschen in der Kirche - spielt die Bläserklasse 5b das resolute "Pirates of the Carribbean", Filmmusik von Claus Badelt. Beim Betrachten der mit Kopftüchern als Piraten verkleideten Künstler fällt das gedankliche Eintauchen in die Karibik nicht schwer - zumal auf dem Drumset ein farbenprächtiger Papagei platziert ist.
90 hochkarätige Minuten
Schulleiter Rainer Schmidt richtet in seiner Begrüßungsrede Dankesworte an Dekan Saalfrank, stellt die Spitzenleistungen aller Akteure bei den Proben heraus und verspricht "90 hochkarätige Minuten". Der Chor der 5. Jahrgangsstufe verstärkt mit dem schwungvollen "Sei doch mal Pirat" das Eingangsthema; am Klavier begleitet Monika Philipps.
Mit Dilan Canby (8c), Jonas Brendel (Q12) und Konstantin Schötz (Q12) an ihren Gitarren mutet es südländisch an. Gefühlvoll zupfen sich die drei in die Herzen ihrer Zuhörer und übertragen Harmonie auf das Publikum - mit der Carmen-Suite von Georges Bizet, dann lebhafter mit der "Seguidilla". Mit tosendem Applaus wird der Chor der 6. und 7. Jahrgangsstufe nach "Hail Holy Queen" bedacht, einem Traditional aus den USA, auch aus "Sister Act" bekannt. Mit Elias Krauß (7f) am Klavier lebt das lieblich beginnende Stück von abwechslungsreich ineinandergreifenden Stimmen und rhythmischem Klatschen. Danach führt Rainer Streit die Bläserklasse 6a und b in flotter Gangart durch "Disney's Magical Marches". Zur "Sonate C-Dur" von Domenico Scarletti lässt die Solistin Simone Rambold (10a) ihre Finger geschickt über das Akkordeon gleiten.
Das Jugendblasorchester demonstriert in "Mission: Impossible" gekonnt seine mehrjährige Bläser-Erfahrung. Bei diesem Stück kommen die Schlaginstrumente mit viel Schmackes besonders gut raus. Beim großen Schulorchester haben auch die Streichinstrumente ihren Einsatz. Der bekannte Hit "La Bamba" geht total ins Blut, und "Pomp and Circumstance" von Edward Elgar verleitet zum Mitsummen. Streicher und Bläser übernehmen abwechselnd die Führung, ein imposanter Kontrabass ist Augen- und Ohrenschmaus zugleich; tosende Beifallsbekundungen sind der gebührende Lohn. Der junge Daniel Schreivogel (7e), der bereits den ersten Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" für sich verbuchen konnte, beeindruckt routiniert auf der Gitarre mit seinem "Verano Porteno" (aus: Die vier Jahreszeiten). Mal gezupft, mal geschlagen bringt er die Saiten sozusagen argentinisch zum Klingen. Viviane Vassileva, Abiturientin und Jungstudentin an der Hochschule für Musik und Theater in München, ist auf ihrem Marimbaphon ein Erlebnis der besonderen Art. Voller Energie wirbelt die junge Künstlerin ihre vier Schlägel tänzerisch über das Instrument, um kurz darauf ruhigere Töne in graziler Haltung anzusetzen. Genussvoll präsentiert sie Emmanuel Séjournés "Concerto für Marimba und Streichorchester". Die Orchesterrolle übernimmt am Klavier Wolfgang Mehling in grandioser Art und Weise.
Die Beine wippen
"Esta Es El Tiempo", vom Schulchor dargeboten, bringt die Beine zum Wippen, und Michael Jacksons "Earth Song" sorgt mit sanft gesungenem "Uh" und "Ah" für Gänsehaut. Ein Schellenring unterstreicht die Stimmung. Solisten setzen wohlklingend ein, und der Chor antwortet mit "What about us"; am E-Bass begleitet Paul Ehret und am Schlagzeug David Honke (beide Q11). Als Überraschung stellt Wolfgang Mehling den von ihm komponierten und getexteten Leitbildsong des Gymnasiums vor. Alle Mitwirkenden treten nach vorne und singen gemeinsam.
Gehaltvoll zeigt sich Benjamin Sebald mit den jungen Erwachsenen aus dem Symphonischen Blasorchestern. Instrumentengruppen ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, um sich dann harmonisch im Gleichklang zu zeigen. Mit dem "Rock-Mix" von Bon Jovi heizen sie in der Kirche ein und veranlassen zum Mitklatschen. Dann der mitreißende Schluss-Song: "Always look on the bright side of life". Wer nicht gerade spielt, der singt. Sänger aller Jahrgangsstufen bilden den "Schiller-Chor". Als Solisten treten Tabea Frank (9b), Daniela Roth (Q11) und Nicolas Firlei (9c) hervor. Der Auftritt sorgt für Furore - riesiger Applaus erfüllt das Gotteshaus. Eine Zugabe ist selbstverständlich. Wenn sich eine gewisse Anspannung vorm Konzerts so imposant zum Publikum hin entlädt, dann ist einfach alles "bright"!
Ohne einen reibungslosen technischen Background wäre ein Konzertabend dieses Ausmaßes nicht möglich. Stefan Bäumler und Jochen Stadelmann sorgten mit einer Gruppe von Schülern für einen guten Sound.
Leitbild der Schule
Das Schiller-Gymnasium hat ein Leitbild: Zum Sommerkonzert wurde es einer größeren Öffentlichkeit erstmals präsentiert. Der gereimte Vierzeiler (Leitbildsong) beschreibt das Gymnasium als einen Ort der Begegnung, an dem sich alle wertschätzen, akzeptieren, ehrlich zueinander sind und weiterentwickeln. Über zwei Jahre Arbeit mit Lehrer-, Eltern- und Schülerbefragungen stecken inhaltlich dahinter. Angelika Bieß-Wunsch als Vetreterin der Lehrer, Elternbeiratsmitglied Sigrid Opitz und Schülersprecher Antony Isaak verlasen Einzelheiten.
Fotostrecke Ludwig