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Einführung von Bildungsstandards

Im Herbst 2003 wurden durch die Kultusminister der Länder verbindliche Bildungsstandards festgelegt. Eine in Berlin zu gründende Agentur soll Tests entwickeln, die deren Erreichung kontrollieren können.
Die Einführung von Bildungsstandards ist ein Meilenstein auf dem Weg, Bildungssysteme zu steuern und Leistung zu bewerten, und eine Reaktion auf die deutschen Ergebnisse in den internationalen Schulstudien Timss und Pisa. Die Standards sind für alle Schularten gleich, die Testverfahren sollen aber auf die einzelnen Schultypen zugeschnitten werden.

Festgelegt worden sind bislang die Standards für die 10. Jahrgangsstufe aller Schularten in den Fächern Deutsch, Mathematik und für die erste Fremdsprache, demnächst folgen die Naturwissenschaften. Man unterscheidet neben den Standards auch drei Kompetenzniveaus: 1. einfaches Wissen wiedergeben, 2. Gelerntes selbstständig anwenden und Zusammenhänge herstellen, 3. komplexe Sachverhalte bewerten und eigene Problemformulierungen und -lösungen entwickeln, verallgemeinern und reflektieren.

Die Bildungsstandards im Fach Mathematik sollen den vielen Vorurteilen gegenüber dem Fach begegnen. Die Mathematik mit ihrer Sprache, ihren Symbolen, Bildern und Formeln zu kennen und zu begreifen, ist eines von drei zentralen Unterrichtszielen. Genauso wichtig ist daneben die Wahrnehmung und das Verstehen technischer, sozialer und kultureller Erscheinungen und Vorgänge mit Hilfe der Mathematik und der Erwerb einer allgemeinen Problemslösungsfähigkeit mit mathematischen Mitteln. Der Alltagswert des Faches Mathematik soll betont werden. Der Schüler soll erkennen, dass Mathematik Lösungen fürs Leben zu bieten hat. Ein Beispiel: Schüler sollen errechnen, ob ein Handy mit oder ohne festen Gebührenvertrag günstiger ist, wobei verschiedene Gesprächstarife und -zeiten durchgespielt werden. Dies kann eine wichtige Hilfe für all die sein, die mit dem Taschengeld das Handy nicht finanzieren können, und kann die Schüler vor einer Schuldenfalle bewahren.

Das wichtigste Fach bis zum Ende der Klasse zehn bleibt das Fach Deutsch. "Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, die Vorbereitung einer beruflichen Ausbildung und die Fortsetzung der Schullaufbahn" erfordern folgende Qualifikationen: Texte verstehen, ihnen weiterführende Informationen entnehmen, sich mündlich und schriftliche verständigen, Medien vernünftig nutzen und Kreativität entfalten. Zu den Kernkompetenzen des Faches gehören: 1. Sprechen und Zuhören können (reicher Wortschatz, Beherrschen unterschiedlicher Gesprächssituationen, Referate, szenisches Spiel usw.), 2. Schreiben (adressatengerechte Gestaltung von Texten, Anwenden von Textverarbeitungsprogrammen, Rechtschreibung und Zeichensetzung, Informationsbeschaffung), 3. Lesen (Unterscheiden epischer, lyrischer und dramatischer Texte, Untersuchen, Vergleichen und Kommentieren verschiedener Textformen, Kennen altersgemäßer literarischer Werke).

Nähere Informationen zu den neuen Bildungsstandards findet man unter: www.kmk.org


 

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