[schiller-gymnasium hof]
[NTG und WSG-W]

Die Sache mit dem Substantiv

Zusammenarbeit | Die Lehrer von Sophienschule und Schiller-Gymnasium rücken enger zusammen

Hof - Ein Substantiv ist ein Namenwort, das wissen viele Kinder schon ab der
fünften Klasse. Aha-Effekt ist zum Beispiel ein solches Substantiv - und
noch dazu eines, das die Lehrer von Schiller-Gymnasium und Sophienschule bei
ihrem Treffen gerne verwenden. Die Lehrer der Grundschule und ihre Kollegen
vom Gymnasium hatten in den vergangenen Monaten gleich eine ganze Menge
solcher Aha-Effekte: Zu Besuch in den Klassenzimmern konnten sie nämlich die
jeweils andere Seite kennen lernen. Die Unterschiede, die dabei zum
Vorschein kamen, beschreibt Peter Schießl wie folgt: "In der Grundschule
haben die Schüler ganz viel Zeit zum Üben, bei uns im Gymnasium geht das
dann nicht mehr." Hinzu komme das allgemein höhere Tempo und die neuen
Prüfungsformen, mit denen die Schüler erst einmal zurecht kommen müssen.

Den Schülern diesen Übergang zu erleichtern, das ist das Hauptziel der
neuen Hofer Schul-Kooperation. Die Umsetzung beginnt dabei im Kleinen, etwa
schon bei Begriffen: "Im Gymnasium heißt das Namenwort plötzlich
Substantiv", sagt Sophienschul-Lehrerin Jeanne von Locquenghien. Dieses
Fremdwort könne man doch auch in der Grundschule schon verwenden, um den
Übergang in die neue Schule gleitender zu gestalten. Aus dem gleichen Grund
haben die Lehrer bei ihren Treffen auch einen Blick in die Lehrpläne ihrer
Kollegen werfen können. "Seit Jahren unterrichte ich fünfte Klassen", sagt
Regina Jenkis, "aber jetzt verstehe ich erst, warum manche Schüler bestimmte
Schwierigkeiten haben."

Die Zusammenarbeit der beiden Schulen habe jedoch nicht das Ziel, alle
Grundschüler aufs Gymnasium zu trimmen, betonen die Lehrer. "Aber wir wollen
eben nicht nur die Förderschüler unterstützen, sondern auch unseren guten
Schülern noch Hilfestellungen bieten", sagt Henrik Schödel, Rektor der
Sophienschule. Dazu dienen die Unterrichtsbesuche der Lehrer genauso wie
gemeinsame Fortbildungen oder Projekte wie die Forschungsstationen der
Miniphänomenta (wir berichteten). Und weitere Aktionen werden folgen, ist
sich Jutta Beer von der Sophienschule sicher.

Die Resonanz auf die bisherige Zusammenarbeit beschreiben alle Teilnehmer
als ausgesprochen gut. Die Schüler - Viertklässler durften zwei Stunden in
den Alltag am Gymnasium schnuppern - sind begeistert, die Eltern
aufgeschlossen, und die Lehrer gewinnen immer neue Blickwinkel. "Die
Eindrücke von unserem Besuch helfen uns auch bei der Beurteilung", sagt
Klaus Seifert. Denn nun können die Lehrer besser einschätzen, ob ihre
Schüler mit den Anforderungen im Gymnasium klar kommen, bevor sie ein
Übertrittszeugnis ausstellen.

Dass zumindest manche Formulierungshürden für die Sophienschüler kein
Problem sein sollten, steht aber schon fest: "Unsere Viertklässler haben
sich schon beim Schnuppertag das Substantiv gemerkt. Die freuen sich richtig
darauf." -rai


Bild: Zwei Schulen, ein Ziel: Eva Lutz, Peter Schießl, Michaela Berner-Sebald, Henrik Schödel, Gottfried Sommer, Silke Sachs, Regina Jenkis, Jutta Beer, Irmgard Falke, Gabriele Vollert, Klaus Seifert, Jeanne von Locquenghien, Elke Pschibl-Brandl, Cornelia Anger-Maier und Helmut Jakob wollen gemeinsam ihre Schüler weiter bringen.

Foto: Rainer Schmidt HOFER ANZEIGER

 

© in 2012 Schiller-Gymnasium Hof