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Anfang der 60er Jahre wurde die räumliche Situation der Oberrealschule immer Problematischer. Die Aufteilung auf zwei Schulhäuser - die Schule am Schlossplatz und die Altstädter Schule - kostete Unterrichtszeit und war bei zunehmendem Verkehr nicht ungefährlich.
Im Jahresbericht 1963/64 konnte der Umzug in die Schiller-Schule für den September 1965 - nach gründlicher Renovierung - in Aussicht genommen werden. Man freute sich über eine moderne und großzügige neue Schule. Im Sommer 1964 wurden die Fenster renoviert. In der Frankenpost vom 30.07.1964 konnte man Folgendes lesen: "Während der großen Ferien sollen die alten Holzfenster mit den vielgeteilten Scheiben durch moderne Schwingfenster in Stahlrahmen ersetzt werden." Bei der Renovierung 2002 folgende wurden diese Fenster erneut durch "vielgeteilte" Fenster ersetzt. Es wurde ein moderner Toilettentrakt mit Liftanlage angebaut. Das Dachgeschoss sollte für die musischen Fächer ausgebaut werden, Physik und Chemie sollten moderne Räume erhalten, die Heizung sollte erneuert und auf Öl umgestellt werden. Ein Wehmutstropfen blieb bei den Planungen. Die Turnhalle sollte erst umgebaut werden, wenn auf dem Jahnplatz eine neue Halle errichtet worden ist. Man rechnete mit langen Umbaufristen, da die Schule noch voll belegt war.
Am Ende des Schuljahr 1964/65 konnte der Umzug in die Schiller-Schule beginnen. Im Juli und August zogen die Sammlungen, die Bücherei und die Verwaltung um. Viele ehemalige Schüler erinnern sich noch heute, wie sie mit Vögeln und anderem Getier den Weg in die neue Schule erstmals absolvierten. Im September konnten pünktlich zum Schulanfang die Klassenzimmer bezogen werden. Dach, Keller, Mittel- und Osttrakt waren bezugsfertig, wenn auch noch kleinere Arbeiten anstanden. Ein weiterer Verzug war entstanden, als bekannt wurde, dass - besonders in der Turnhalle - die alte Trägerkonstruktion für die neuen Bedürfnisse untauglich war. Stahlträger mussten hier und in den Fluren eingezogen werden. Der Westtrakt war weiterhin von der Mittelschule belegt, da das Schulhaus am Schlossplatz renoviert werden musste. Die Frage der Bodenbeläge, der Decken, der Fassadengestaltung, des Schulhofs und seiner Umzäunung war noch ungeklärt.
Im Jahresbericht 1965/66 konnte mit Erleichterung und Freude verkündet werden: "Nach einem Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten ist die Schule wieder unter einem Dach vereinigt." (S. 57) Die Um- und Ausbaumaßnahmen waren während des ganzen Schuljahres weitergegangen. Der jetzt geräumte Ost-Flügel wurde umgebaut. Die Chemie und Biologie bekamen neue Räume, Werkräume entstanden und die Dienstwohnung des Hausverwalters wurde gebaut. An die Turnhalle wurde ein Duschraum angebaut, die Heizung fertiggestellt, eine Sprechanlage eingerichtet, die Beleuchtung erneuert, Garderoben und Vitrinen bereitgestellt. Zum Gedenken an die Opfer der Schulfamilie entstand im Westflügel ein Mahnmal. In diesem Schuljahr war auch im Außenbereich tüchtig gebaut worden. Ganz dem Stil der 60er Jahre und ihrer neuen Sachlichkeit wurden "unnötige Schnörkel" abgeschlagen und das Erscheinungsbild der Schule "modernisiert". Die Tragweite dieser Entscheidung wurde damals nicht diskutiert, Heute, wenn man alte Außenaufnahmen der Schule sieht, mag manch einer diesen Eingriff in das Stadtbild wohl bedauern. Im Jahresbericht konnte man nur vom "Abtragen der Volutengipfel am Mitteltrakt und den Seitentrakten" (S. 58) lesen.
1965 war auch jenseits der Bautätigkeit ein wichtiges Jahr, da aus der Oberrealschule ein Gymnasium wurde und dieses den Namen Schiller-Gymnasium erhielt. Der Jahresbericht kommentiert dies folgendermaßen: "Stadtrat, Stadtverwaltung, Lehrkörper und Elternbeirat der Schule hatten einstimmig den Namen "Schiller-Oberrealschule" vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde in der Benennung "Schiller-Gymnasium" aufgenommen. Die um- und ausgebaute "Schiller-Schule" ist die neue Heimstätte unserer Schule geworden. Mit der Beibehaltung des Namens eines unserer größten deutschen Dichter wird sowohl das Andenken an einen "Dichterfürsten" bewahrt als auch ein Stück Hofer Schulgeschichte als Tradition übernommen" (S. 59).
Das Schuljahr 1966/67 war von weiteren Umbauarbeiten geprägt. Erst 1967/68 war die Renovierung der Schule abgeschlossen. Interessant ist, dass durch die damals stark wachsenden Schülerzahlen die Schule räumlich bereits völlig ausgelastet war - ein Zustand, der die Schule bis in die heutige Zeit begleitet.
Oberrealschüler beim Möbeltransport
Schwere Buchenholzschulbänke verlassen die Zweigstelle Altstädter-Schule
Unterricht im neuen Musiksaal bei Oberstudienrat Emil Weber
Die alte Oberrealschule wird zum Schiller-Gymnasium
Das neue Duschbad der Schiller-Turnhalle
Chorprobe im neuen Musiksaal mit OStR Kruft
Das neue Sekretariat mit Regierungsobersekretär Max Fiedler und der Verwaltungsangestellten Irene Wagner
Der Silentiumraum des Lehrerzimmers
Die neue Turnhalle
Bildnachweis:
Fotos 1-4/ Mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Hof