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Die Pläne für das neue Gebäude stammen von Baurat Albert Mollweide (1858-1929), der seit 1893 in Hof tätig war. Die Bauaufsicht hatte Architekt Hans Gemeinhardt, der Bauführer hieß Hopf. Der Bau ging trotz verschiedener Streiks sehr zügig und unter Einsatz einer hohen Zahl von Arbeitskräften voran. Durch eine Sondergenehmigung wurden auch ausländische Arbeiter zugelassen, vor allem Italiener.
Den Akten des Stadtmagistrats Hof ist folgender Bauverlauf zu entnehmen:
1905
05.10. Submissionseröffnung
12.10. Zuschlagserteilung und Beginn der Bauarbeiten
16.10. Beginn der Erdarbeiten
23.10. Erstellen der Fundamentmauerwerks
02.11. Anlieferung des Granits für die Treppen
15.12. Witterungsbedingte Einstellung der Bauarbeiten
1906 12.03. Wiederaufnahme der Bauarbeiten und Fertigstellung des Erdgeschosses
29.04. Fertigstellung des 1. Obergeschosses
30.05. Fertigstellung des 2. Obergeschosses
07.07. Fertigstellung des 3. Obergeschosses
28.07. Fertigstellung des Dachstuhls
30.07. Beginn der Dacheindeckung ( am 25.08. fertiggestellt)
27.08. Einbau der Heizungs- und Lüftungsanlage
29.09. Beginn der Verputzerarbeiten innen
01.10. Einbau der Fenster, Bau der Wasserleitung, der Entwässerung und der Gasleitung
03.11. Abschluss der begonnenen Arbeiten, Planierungsarbeiten, Baumgräben und Bepflanzungen
1907 01.04. Wiederaufnahme der Arbeiten nach der Winterpause, Errichten der Abortanlagen,
Einfriedung, Planierungsarbeiten
01.05. Malerarbeiten innen (fertiggestellt am 15.06.)
01.06. Inneneinrichtung
15.06. Bodenbeläge, Fassadenverputz, Trottoir
15.08. Bauübergabe
23.09. Feierliche Einweihung durch Bürgermeister Braeuninger
Die Stadt musste für den repräsentativen Bau 700.000 Mark aufnehmen. Er beherbergte fortan die Schiller-Schule, eine Volksschule für Knaben und Mädchen. In den 36 Klassenräumen, den 2 Zeichensälen und der Turnhalle wurden schon 1907 803 Knaben und 852 Mädchen unterrichtet, das macht 1.655 Schüler und Schülerinnen. In dem Gebäude herrschte durch die rasant wachsende Bevölkerung bald wieder drangvolle Enge. Die Klassenstärken lagen zwischen 72 und 42 Schülern, als normal galt die Zahl von 60 Schülern pro Klasse.
Die Kugelwiese um 1880 - das Gelände der Schillerschule
Die Baustelle mit späterem Schulhof
Maurer und Handlanger bei der Deckenverschalung
Blick von Südosten auf das eingerüstete Gebäude
Die Schule geht ihrer Fertigstellung entgegen
Der "verträumte" Mädchentrakt der Schillerschule Hof
Bildnachweis:
Foto 1/ Mit freundlicher Genehmigung des Hoermann-Verlags Hof aus: Mit der Kamera durch Alt-Hof
Fotos 2-6/ Mit freundlicher Genehmigung des Archivs der Stadt Hof
Der Beginn des Bautagebuchs
Probleme der Maurer mit dem Mischungsverhältnis von Sand und Kalk
Probleme mit der Arbeiterschaft
Bestellung der Schulbänke
Die Ausstattung mit Schulbänken: 72 Sitzplätze in jeder Klasse
Das Projekt einer "gütigst angefragten Beleuchtunganlage "
Ein warmer Januartag im Jahre 1907
Ende gut - alles gut !
Fertigstellung der Arbeiten
Würdigung durch die örtliche Presse
Eine prachtvolle Fassade
Das Volksbad und die Hausmeisterwohnung mit Magdkammer
Strenge Trennung der Geschlechter beim Sport
Ein Toilettenverhältnis von 19 zu 37
Das frühe Beispiel einer sinnvollen Ausstattung