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Anlässlich der Generalsanierung des Schiller-Gymnasiums ist es angemessen, einen Blick zurück auf die 100-jährige Geschichte dieses stolzen Gebäudes zu werfen. Einst Ausdruck des Bürgerstolzes einer rasch aufstrebenden Industriestadt hat die Schiller-Schule eine wechselhafte Entwicklung hinter sich gebracht, bis sie in neuem Glanz erstrahlend ihren 100. Geburtstag feiern kann.
Da im Zuge der aufblühenden Industrie in Hof auch die Bevölkerung stark anwuchs, entstand das Westendviertel neu und zog auch den Bau einer neuen Volksschule nach sich. Der zuständige Architekt war Hans Gemeinhardt, die Bauleitung hatte Stadtbaurat Albert Mollweide.
Die Bebauung der Schillerstraße endete Anfang des 20. Jahrhunderts auf der Höhe der Wilhelmstraße. Verbunden mit dem Neubau einer Schule wurde auch das Straßensystem verbessert. Eine Reihe von neuen Wohnhäusern wurde entlang dieser Straßen errichtet.
Am 12. Oktober 1905 begann der Neubau der Schule, am 23. September 1907 wurde das neue Gebäude eingeweiht, die Einweihungsrede hielt der damalige Bürgermeister Paul Braeuninger.
Die Schillerschule war bis 1963 Volksschule, 1965 zog die bisherige Oberrealschule vom Schlossplatz aus in das Gebäude um, das nun Schiller-Gymnasium genannt wurde.
Das viergeschossige Gebäude über einer Fläche von 2.700 m2 wurde im Stil der Neu-Renaissance erbaut. In der Westend- und in der Wilhelmstraße entstanden Türme, die Treppenhäuser überragen. Die Putzornamente der reich verzierten Fassade wurde bei der Renovierung - dem sachlichen Stil der 60er Jahre entsprechend - abgenommen, ebenso die Glockentürmchen auf den Seitenflügeln. Die Giebel wurden durch ein schlichtes Dreiecksdach ersetzt.