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Tag des Bodens 2007

LK Geographie am 5.12.07 im Landesamt für Umwelt in Hof

Hof – In einer Handvoll Boden gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde. Daher ist der 5. Dezember auch zum Internationalen Weltbodentag ernannt worden. Ein Bild von der Vielfalt, die ihnen zu Füßen liegt, machen sich am gestrigen Mittwoch etwa 150 Schüler der hiesigen Schulen im Landesamt für Umwelt (LfU).

Etwa 300 Jahre braucht es, ehe ein Boden entsteht, ist von Doktor Bernd Schilling vom Landesamt für Umwelt zu erfahren. Ein Mineralboden benötigt gar bis zu 100 000 Jahre. Er entsteht durch die Verwitterung von Gestein. Die mechanischen Prozesse soweit: Durch Frost, starke Temperaturschwankungen und die Kraft der Pflanzenwurzeln wird das Gestein aufgesprengt und immer weiter zerkleinert. Die entstandenen Bruchstücke werden später chemisch weiterbearbeitet – Regen und Säuren, die von den Pflanzenwurzeln ausgeschieden werden, spielen hier eine Rolle.

Stationen zum Mitmachen

Im Zeitlupentempo, so sagt es Schilling, passen sich Böden laufend den veränderten Bedingungen an. Er spricht von Sand-Tonböden, Ton-Kalkböden, Kalk-Tonböden – rot, grau, grün. Unterschiede gibt es in Aufbau, Eigenschaften und der Funktion für die Flora, so die Theorie. Die Praxis folgt an einer der so genannten Mitmach-Stationen. Die Schüler fühlen Ton, Schluff, Sand und Lehm – die Hauptbodenarten. Kleine plättchenförmige Kristalle bilden beispielsweise Ton. Die Jungen und Mädchen sehen Bodenproben – den Schluffboden mit zahlreichen Hohlräumen unter anderem. Darin wird das Wasser gespeichert ist auf der zugehörigen Infotafel zu lesen.

Geruchsproben gibt es eine Station weiter von Laubblättern und Nadeln. Sie bilden die Grundlage für den Humus. Der Prozess: Bodentiere, also etwa Käfer, fressen die leicht verdaulichen Anteile der Blätter, zerkleinern sie. Die weniger schmackhaften und nährstoffarmen Reste wie Blattadern werden weiter zersetzt. Pilze sind an diesem Abbauprozess beteiligt, geben dem Boden die Nährstoffe zurück. Je nach Aktivität der Bodentiere dauert dieser Vorgang zwischen einem und zehn Jahren.

Zum Weltbodentag, so LfU-Vizepräsident Bernd Matthes, soll das Bewusstsein der Schüler für den Boden gestärkt werden, deren Blick auf die unbekannte Vielfalt gerichtet werden. Eine geologische Übersicht von Bayern zeigt die verschiedenen Bodenarten und Typen. Deren Unterschied gilt es in einem Fragebogen zu definieren. Nach Eigenschaften von Weißkalk ist gefragt, nach Arten der geologischen Erkundung und dem Bodentyp des Jahres 2005.

Im August 2002 wurde der Tag des Bodens in Bangkok von der Internationalen Bodenkundlichen Union ins Leben gerufen. Der Aktionstag soll ein jährliches Zeichen für die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden setzen – in diesem Jahr in Braun (siehe Infokasten). tate

Frankenpost vom 6.12.07

 

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