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Steigende Milchpreise, die Rolle der Europäischen Union bei der Bewirtschaftung eines Hofes, Ausgleichszahlungen, Milchquoten, Fragen zum Ökologischer Landbau u.v.a.m. standen auf dem Programm der Exkursion.
Moderne Ställe, in denen das Vieh relativ viel Platz hat.
Zahlen, Daten, Fakten
Seit fünf Generationen (ca. 1800) ist der landwirtschaftliche Betrieb in Familienbesitz. Der jetzige Inhaber hat den Betrieb 1995 übernommen, damals hatte er 25 Milchkühe, 30 Schweine (Mast und Zucht), Hühner, Gänse, Enten, usw.
Strukturwandel
Spezialisierung und Mechanisierung sind die einzige Möglichkeit, in der Landwirtschaft zu überleben. Heute hat der Betrieb 50 Milchkühe. Die Nachzucht betreibt er selbst. Im Jahre 1995 arbeiteten noch vier Personen, heute nur noch der Inhaber und seine Frau. Die 50 Kühe stellen allerdings die derzeitige Grenze dar. Eine weitere Aufstockung wäre nur bei angestellten Mitarbeitern denkbar. Einstellungen von Mitarbeitern werden nach Ansicht des Inhabers in Zukunft auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben erfolgen. Gerne hätte der Landwirt noch mehr Flächen, diese erfordern keinen hohen Personalaufwand. Die Anschaffung von Spezialmaschinen lohnt sich nicht. Diese werden beim Maschinenring ausgeliehen. Beachtenswert ist, dass dieses Ausleihen mit
Personal erfolgt, d.h. die Ernte nicht mehr vom Landwirt selbst eingefahren wird.
Der Betrieb hat ca. 95 ha Fläche, davon 15 ha Wald. Die 80 ha Ackerfläche werden genutzt als 30ha Grünland und 8 ha Mais, beides als Futter für die Milchkühe. Auf ca. 40 ha wird Gerste (Braugerste) angebaut. Ein Drittel der Fläche ist gepachtet. Die Pacht kostet ca. 140 €/ha. Auch die Waldwirtschaft ist stark von der Mechanisierung geprägt. Holzernte erfogt mit Hilfe eines Vollernters, der sich eine 6m breite Rückegasse schafft und
vollautomatisch die Bäume absägt, entastet und die Rinde entfernt. Durch die starke Abholzung in Skandinavien und den hohen Ölpreis ist die Holzwirtschaft auch in Deutschland wieder lukrativ geworden. Früher hatten alle Bauern in der Umgebung auch Kartoffeln angebaut, heute ist dies fast vollständig verschwunden und findet sich in Bayern im Sechsämterland (Region
Wunsiedel) und im Erdinger Moos.
Der Stall ist auf Milchkühe ausgelegt, ein Wechsel der Spezialisierung ist nicht möglich. In ca. 20 Jahren wird sich der Stall amortisiert haben. Die Kosten der Anschaffung eines Stallplatzes inkl. aller Maschinen, Gebäude, Anlagen usw. betragen
ca. 8000 €.
Chemische Mittel
Ackerflächen werden zweimal gespritzt. Einmal gegen Unkräuter, ein zweites Mal gegen Pilzbefall. Die Kosten betragen ca. 50 €/ha. Die Ausbringung muss zum richtigen Zeitpunkt des Pflanzenwachstums erfolgen, sonst nützt sie nichts. Wegen der hohen Kosten wird genau dosiert.
(Früher wurde Atrazin aufgebracht, das heute noch in Frankreich verwendet wird. Es war sehr billig und der "Erfolg" war phänomenal. Einmal spritzen und es wuchs überhaupt kein Unkraut mehr, auch im Folgejahr!).
EU-Förderung
"Zahlungen werden nicht als Zuschuss verstanden, sondern als Ausgleichszahlungen für die gesunkenen Preise. Wenn der Preis steigt, erniedrigt sich ja auch die Ausgleichszahlung."
Wegen der "cross compliance" müssen erhebliche Auflagen erfüllt werden, um überhaupt in den Genuss von Ausgleichszahlungen zu kommen. Dazu gehören Maßnahmen des Pflanzenschutzes, des Grundwasserschutzes und das Zurückschneiden der Hecken.
"Die Regelungen der EU führen dazu, dass der Landwirt heute immer mehr in ein bestimmtes Muster gepresst wird, wie er zu funktionieren hat."
Zur Zeit ist die Nachfrage, v.a. Osteuropas nach Milch- und Milchproukten (z.B. Käse) so hoch, dass die Abnehmergenossenschaft auch über das Kontingent hinaus Milch abnimmt (d.h. der
Marktpreis ist gleich dem Quotenpreis). In der gelieferten Qualität (Fett, Keimzahl) liegt der Preis bei ca. 0,3 €/kg.
Pro ha landwirtschaftlicher Fläche betragen die produktunabhängigen Zahlungen ca. 200 € pro Jahr.
Einkauf
Zugekauft werden
- Pestizide
- Milchaustauscher für Kälber
- Sojaschrot und Zuckerrübenschnipsel als Futter
Verkauf
- Milch
- Braugerste
- Rinder (alte und solche, die wenige Milch geben)
- junge männliche Rinder, (die weiblichen werden z. Zt. zur Aufstockung des eigenen Bestandes verwendet)
Eine gute Milchkuh kostet auf dem Markt ca. 1000-1200 €. Eine Schlachtkuh bringt ca. 600 €.
Medizinische Betreuung
Nach der Gabe von Medikamenten darf die Milch i.d.R. zwei Wochen nicht verwendet werden. Danach erfolgt die Freigabe der Kuh erst nach Untersuchung der Milch. Der Tierarzt ist öfters im Betrieb. Auch das Besamen wird von externen Kräften übernommen.
Die Kühe
Die Kühe befinden sich ganzjährig im Stall, haben dort aber relativ viel Auslauf. Sie fressen den ganzen Tag eine Mischung aus Grassilage, Maissilage, Stroh und zugekauftem Futter (Sojaschrot und Zuckerrübenschnipsel). Den Tieren geht es offensichtlich sehr gut. Die Kratzmaschine ist ganztägig im Einsatz. Die Kälber erhalten Milchaustauscher von einer vollelektronischen Futtermaschine. An einem Chip erkennt die Maschine das Tier und gibt jedem das tägliche Quantum. Zudem zeichnet es auf, wenn zu schnell, zu wenig oder überhaupt nicht getrunken wird. Die Kühe haben eigene Boxen, in denen sie sich hinlegen können. Dort wird zwei Mal pro Tag ausgemistet. Gülle fällt über Ritzen im Betonboden nach unten und wird automatisch in die Güllebecken weitergeleitet. Die Gülle wird auf die Felder ausgebracht. Die 95 ha könnten noch mehr Gülle aufnehmen.