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| Der Erwerb der Hochschulreife steht am Ende einer langen gymnasialen Ausbildung. Doch ist dem genüge getan, indem man den Schülern neun Jahre lang gezeigt hat, wie sie mit Schulbüchern umzugehen haben? Die Selbständigkeit und Selbsttätigkeit des Einzelnen ist es doch vielmehr, die es zu fördern gilt. Aus diesem Grund soll die Klasse 11b im Rahmen der Fächer Deutsch, Kunst und Mathematik das Klassenzimmer für ein paar Tage verlassen, um selbst an einem Ort aktiv zu werden und damit aktiv zu lernen, der im Rahmen des Lehrplans eine nicht unwesentliche Rolle spielt, nämlich Prag. Die Exkursion in die tschechische Hauptstadt ist kein reiner Selbstzweck. Vielmehr werden Lernziele und Lerninhalte aus dem Klassenzimmer heraus verlagert hin an den Ort, der Kulisse, Dreh- und Angelplatz für vieles war, was die Schüler in diesem Jahr beschäftigt. Die Lehrkräfte fungieren als Reisebegleiter in eigentlichen Wortsinn, überlassen aber die inhaltliche Führung zu größten Teilen den Schülern, die eine Projektvorbereitung wie auch Projektnachbereitung zu leisten haben.Abschließen wird das Projekt eine Ausstellung im Schulhaus, die in Form einer großen Stadtkarte mit Fotos und Texten gestaltet werden soll. |
Silvia Engl, StRin z.A. (Klassen- und Projektleiterin)
| 1. | Franz Kafka – Leben und Übersicht über sein Werk (ohne Beziehung zu Vater;am Geburtshaus Namesty Franze Kafky) |
| 2. | Franz Kafkas „Das Schloss“ (am Fuße des Schlosses) |
| 3. | Franz Kafka und sein Verhältnis zu seinem Vater (Geschäft des Vaters, Zeltner Gasse) |
| 4. | Franz Kafkas „Das Urteil“ (Haus „Zum Schiff“) |
| 5. | Parabolische Texte am Beispiel von „Gib’s auf!“ (Bahnhof) |
Silvia Engl, StRin z.A.
| 1. | Der Stil der Romanik am Beispiel der St. Georg-Basilika auf der Prager Burg und der Heilig-Kreuz-Rotunde. |
| 2. | Die Gotik in Prag mit der Karlsbrücke, dem Pulverturm und dem Veitsdom. |
| 3. | Das Palais Schwarzenberg und der Sommerpavillon Belvedere aus der Zeit der Renaissance. |
| 4. | Barocke Pracht der St. Nikolaus-Kirche, dem Loretto-Heiligtum und der Fassade der St.Georgs-Basilika. |
| 5. | Der Prager Jugendstil mit dem Hotel Central und Alphonse Mucha. |
Katrin Buchzik, StRin z.A.
| 1. | Tycho Brahe als Hofastronom in Prag - Leben und Wirken |
| 2. | Johannes Kepler als Hofmathematiker in Prag - Leben und Wirken |
| 3. | Ernst Mach: 28 Jahre Professor in Prag - Leben und Wirken |
| 4. | Die Prager Jahre von Albert Einstein |
| 5. | Das Wirken des Mathematikers und Philosophen Bernhard Bolzano in Prag |
| 6. | Die Prager Astronomische Uhr - ein Wunderwerk der Technik |
| 7. | Mathematisches zur Astronomischen Uhr |
Reinhard Lang, StD
| " Die Stadt Prag ist übrigens wundervoll, so schön dass sie allein schon eine größere Reise lohnen würde." Das sind die Worte Albert Einsteins über seinen knapp einjährigen Aufenthalt in Prag. Nach unserem dreitägigenBesuch in der Hauptstadt der Tschechischen Republik können wir uns den Worten dieses großen Physikers nur anschließen. Die ursprüngliche Idee für diese Reise stammte von unserer Klassenleiterin Frau Engl, die uns zu diesem Projekt motivierte. Beim Gedanken an „schulfrei“ dachten wir uns natürlich: "Cool - immer noch besser als Unterricht"! Doch bereits nach kurzer Zeit fiel uns auf, dass dieses Projekt mit harter Arbeit gekoppelt war. Die Fachbereiche Deutsch (Frau Engl), Mathematik/Physik (Herr Lang) und Kunst (Frau Buchzik) mussten während dieser Reiseabgedeckt werden. Das bedeutete für uns im Klartext: jede Menge Stoff und viele Referate an Ort und Stelle. Doch genau daswar das Schöne an dieser Reise. Wir studierten die Thematik nicht nur Schwarz auf Weiß aus den Büchern, sondern hatten gleich-zeitig ein lebendiges Bild vor Augen. Das erleichterte das Verständnis, weil wir uns konkret mit den Themen befassen konnten. |
| In Kunst nahmen wir die verschiedenen Epochen, angefangen bei der Romanik, über die Gotik, Renaissance, den Barock und schließlich den Jugendstil durch. Genug Anschauungsmaterial besaßen wir in der Stadt an der Moldau zur Genüge. Dabei wurdendie verschiedenen Merkmale der Epochen gleich vor Ort erklärt und gleichzeitig sahen wir die Touristenattraktionen der Stadt. Wir schlugen somit zwei Fliegen mit einer Klappe. |
| Beim Themengebiet Deutsch lag der Schwerpunkt auf Franz Kafkas Leben, Wirken und sein gestörtes Verhältnis zu seinem Vater. Das berühmte Franz Kafka Museum passte hier genau zum Thema und war wirklich sehr sehenswert. |
| Bei den Referaten in Mathe bzw. Physik ging es hauptsächlich um Persönlichkeiten wie Bernard Bolzano, Albert Einstein, Johannes Kepler, Ernst Mach, Tycho de Brahe - eben Menschen die Meilensteine in Mathematik oder Physik gelegt haben. Wirklich interessant war in dem Zusammenhang auch die Astronomische Uhr, die nicht nur einen Stundenzeiger besitzt, sondern auch die Mondumlaufbahn und sogar die Sonnenauf- bzw. untergänge anzeigen kann. |
| Die Tage verbrachten wir nicht wie im zähen Schulalltag in stickigen Klassenzimmern, sondern konnten im Park auf dem Rasen liegen und etwas über die großen Denker unserer Zeit erfahren (weil das Wetter so schön war wurden wir ganz nebenbei auch noch braun). In den Nächten durften wir immerhin bis 12 Uhr unterwegs sein. Auch wenn der Schlafmangel von Abend zu Abend größer wurde, konnten wir am letzten Abend der Versuchung nicht erliegen, noch einmal ordentlich Party zu machen. Dabei kam beim Freestylecontest das geheime, tänzerische Talent des einen oder anderen zum Vorschein, der versuchte sich gegen Frau Engl zu behaupten. Die hauptsächliche Arbeit bei diesem Projekt haben tatsächlich die Schüler selbst gemacht, was auch das Ziel dieser Reise war. Vor allem leistete das Organisationsteam hervorragende Arbeit bei der Routenplanung und bei der Aufstellung des Zeitplanes. Doch auch alle Referenten zeigten ausgezeichnete Kenntnisse über ihre jeweiligen Stoffgebiete und konnten ihr Wissen gut an die Klasse vermitteln. Durch die Erfahrung der Lehrer wurde alles abgerundet, so dass das Projekt "Prager Tage" ein voller Erfolg wurde. Es waren unvergessliche Tage, die uns noch lange in Erinnerung bleiben und die den einen oder anderen vielleicht dazu bewegen werden, noch einmal in die „Goldene Stadt“ zu reisen. |
Yakup C. Özkardes, 11b
| Am 12. Juli 2007 fand das Pragprojekt seinen würdigen Abschluß mit einer Ausstellung und Präsentation. Nach einer kurzen Begrüßung der anwesenden Schüler, Eltern und Kollegen durch einen Mitarbeiter der Schulleitung und einen Schüler des Organisationsteams konnten sich die Besucher vom Erfolg des Klassenprojektes überzeugen. An großen Stellwänden sorgten Plakate, Fotos und Schriftdokumente für eine Visualisierung der Projektinhalte. In einem Klassenraum führte eine abwechsungsreiche Diashow die begeisterten Eltern direkt in die Goldene Stadt Prag und ließ die wünderschönen Tage an der Moldau noch einmal Revue passieren. RL |