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Ein Frühstück in der Chefredaktion

Exkursion | Die Klasse 8e des Hofer Schiller-Gymnasiums besucht die Redaktion der Frankenpost.

Bild: Hermann Kauper

Mittwochmorgen um acht Uhr ist der ganze Gang erfüllt mit lautem Stimmengewirr
Neugierig und gespannt betreten wir, die Klasse 8e des Schiller-Gymnasiums Hof, das Gebäude der Frankenpost-Redaktion. Als wir in den Konferenzraum kommen, sind wir erstaunt darüber, wie viel Arbeit sich unsere Gastgeber für uns gemacht haben: Auf den Tischen stehen verschiedene Getränke, Gläser, Teller, Besteck und Brötchen. Später bekommen wir auch noch leckere Wiener.
Doch zuerst wird unsere Klasse vom Redaktionsdirektor Werner Mergner begrüßt. Er erzählt uns von den 45 Redakteuren, die hier fest angestellt sind, den 24 Autoren und den hundert freien Mitarbeitern. Wir sind verblüfft, dass so viele Menschen bei der Frankenpost arbeiten. Außerdem erfahren wir von der ersten Ausgabe, die am 12. Oktober 1945 erschienen ist. Aber jetzt sind wir an der Reihe: Jeder von uns darf Fragen stellen, während wir uns die Wiener schmecken lassen. Viele der Schüler interessieren sich vor allem für den stressigen Alltag der Redakteure. Wie genau läuft ein Tag hier in der Redaktion denn ab? Natürlich gibt es verschiedene Sitzungen, bei denen die Arbeit besprochen wird oder Ideen diskutiert werden. Manche der Journalisten müssen die Informationen beschaffen, indem sie Pressekonferenzen besuchen. Aber auch durch Datenbanken, Polizeiberichte oder Recherche vor Ort erhalten sie wichtige Informationen. Im Laufe des Tages müssen das Layout gestaltet und die Fotos gemacht werden. Nachdem die Artikel geschrieben wurden, wird um zirka 22.45 Uhr angedruckt. Besonders stressig ist es, wenn sich nachts noch Wichtiges ereignet. Denn da die Frankenpost eine seriöse Zeitung ist und wahrheitsgemäß und aktuell berichten will, muss über eine solche wichtige Neuigkeit noch ein Artikel verfasst werden.
Im großen Druckzentrum sind intelligente Maschinen für das Drucken und Verpacken der Zeitungen zuständig. Das Papier, das hierfür verwendet wird, kommt aus unterschiedlichen Ländern. Besonders die Menge des Papiers hat uns alle besonders beeindruckt. Es werden jeden Tag zirka zehn bis 15 je 23 Kilometer lange Rollen verbraucht. Wenn die Zeitungen fertig gedruckt sind, werden sie in bestimmte Regionen gefahren. Dort warten schon die rund tausend Zeitungsausträger, die überaus wichtig für die Frankenpost sind. Das Austragen muss sehr schnell gehen, weil die Leute ihre Zeitung am liebsten morgens lesen. Da alle Mitarbeiter, Redakteure, Fotografen und auch die Zeitungsausträger engagiert und zuverlässig sind, war es noch nie der Fall, dass die Frankenpost nicht erschienen ist. Darauf ist Mergner besonders stolz.
Doch auch nach dem Unterschied zwischen der Frankenpost und anderen Zeitungen, wie zum Beispiel der Bild-Zeitung, wird gefragt. Redaktionsdirektor Mergner erklärte uns, dass sie sich bereits in ihrer Aufgabe unterscheiden. Die Frankenpost soll informieren, die Bild-Zeitung hingegen möchte die Leser unterhalten. Außerdem ist das Layout anders. Da die Frankenpost 90 Prozent der 65 000 Stück pro Tag durch Abonnements verkauft, ist die Titelseite dieser regionalen Zeitung nicht so aufwendig gestaltet, wie die des Boulevardblattes Bild. In unserer Zeitung sind ein Mantelteil, sowie ein Lokalteil enthalten, in welchen unterschiedliche Inhalte aufbereitet werden. Viele Leute denken, dass die Süddeutsche Zeitung Konkurrenz für die Frankenpost darstellt. Dem ist jedoch nicht so. Die Süddeutsche will eher Geschäftsleute als Leute aus der Region ansprechen. Die Frankenpost wird sogar als „kleine Schwester“ der Süddeutschen Zeitung bezeichnet.
Mergner erzählte uns ebenfalls, dass er sich über die große Reichweite der Frankenpost freut. 80 Prozent der potenziellen Leser kaufen die Frankenpost. Bei anderen regionalen Tageszeitungen liegt die Reichweite bis zirka 65 Prozent. Deshalb möchte man den Namen der Zeitung noch lange erhalten, wenn auch unter starkem Druck, denn andere Medien wie Fernsehen, Radio und Internet lassen die Zahl der Zeitungsleser rapide sinken. Das findet Werner Mergner sehr schade. Zum Glück leidet die Frankenpost nicht so stark unter den neuen Medien wie Boulevardzeitungen.
Bevor wir wieder zurück zur Schule gehen, verabschiedet sich Redaktionsdirektor Mergner von uns, und als Dankeschön für den großen Aufwand bekommt er im Namen der Klasse noch ein kleines Päckchen überreicht. Wir bedanken uns herzlich für solch einen informativen und interessanten Vormittag.

Klasse 8e
Schillergymnasium Hof

Erschienen am 09.12.2009 in der FRANKENPOST HOF

 

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