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Die Schülerin Lea Stühlmeyer aus der Klasse 9d des Schiller-Gymnasiums hat sich in diesem Schuljahr mit besonderen schriftstellerischen Leistungen außerhalb des Unterrichts hervorgetan.
Ende des Jahres 2011 veröffentlichte sie ihr erstes Buch im Verlag De Behr. In dem Kinderbuch „Lissi tintet vor sich hin“ erzählt sie auf 114 Seiten in 26 kurzen und längeren Geschichten vom Leben einer aufgeweckten vierjährigen Dame, die die Welt entdeckt.
Rechtzeitig zum 1000-jährigen Domjubiläum liegt jetzt im gleichen Verlag ihr zweites Buch vor: „Johanna, Bene und die Rätsel des Bamberger Doms“. Auf der Basis eingehender Recherchen hat sie erneut ein Kinderbuch verfasst, in dem man viel über die Geschichte des Bamberger Doms erfährt und historischen Persönlichkeiten wie Hildegard von Bingen und Heinrich II. begegnet. Am 1. Juli wurde ihr neues Buch im Beisein von Erzbischof Dr. Ludwig Schick in Bamberg vorgestellt.
Beide Bücher sind im Buchhandel erhältlich.
Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick und Lea Stühlmeyer im Bamberger Dom
Einige der ersten Exemplare ihres Buches hat Lea Stühlmeyer gleich Peter Herold und Heike Dürrbeck von der Hofer Stadtbücherei übergeben.
Hof - Ein bisschen ist Lea schon wie Lissi, sagt sie. "Da gibt es durchaus Erfahrungen, die übereinstimmen", erklärt die 15-Jährige. "Vieles habe ich mir aber ausgedacht." Lea ist echt: Die Jugendliche lebt mit ihren Eltern in Hof, besucht das Schiller-Gymnasium und mag da am liebsten Deutsch, Geschichte und Musik. Lissi ist erfunden: Das Mädchen ist vier - "also fast schon erwachsen" -, hat mindestens 100 Kleider für ihre Puppe Lisa, geht in den Kindergarten und erlebt ansonsten allerlei Abenteuer mit ihren Geschwistern und Eltern. Die beiden jungen Damen verbindet eine ungewöhnliche Freundschaft: Lea hat Lissi erfunden. "Lissi tintet vor sich hin - und andere Geschichten" heißt das erste Buch von Lea Stühlmeyer, das ab sofort im Handel erhältlich ist.
26 kurze und längere Geschichten erzählen vom Leben einer aufgeweckten vierjährigen Dame, die die Welt entdeckt. Auf 114 Seiten lässt die junge Autorin Lea ihre Hauptfigur spielen und träumen, fragen und erleben - aber auch aufräumen, aufessen und sich impfen lassen müssen. "Geschichten für große und kleine Leute von drei bis 99 Jahren" steht hinten auf dem Einband.
Handschriftliche Skizzen
Ein Dreivierteljahr lang hat Lea Stühlmeyer an ihrem Erstlingswerk gearbeitet. "Mit dem Geschichtenschreiben habe ich aber schon viel früher angefangen, das hat mir schon immer Spaß gemacht", berichtet sie. Irgendwann dann sei ihr die Idee gekommen, etwas für Kinder zu machen: "Ich gehe ohnehin öfters in den Kindergarten, um mit den Kindern zu spielen oder zu singen", erzählt sie. Nur geschrieben hatte sie noch nichts für die jungen Hofer. Also hat sie sich hingesetzt, mit Stift und Papier, und zu schreiben begonnen. "Das Handschriftliche war mir wichtig, ich bin erst später auf den PC umgestiegen, weil das zum Bearbeiten einfach schneller geht", erklärt sie.
Dass gleich ein ganzes Buch aus ihrem schreiberischen Hobby wird, hätte sie am Anfang nicht gedacht: "Ich habe einfach mal drauf los geschrieben, die Buchform kam später ins Spiel", sagt die 15-Jährige. Auch ein Verlag sei dann schnell gefunden gewesen: "Der Kontakt mit DeBehr war von Anfang an sehr offen und freundlich", erinnert sich Lea. Und noch eine angenehme Bekanntschaft hat Lea durch ihr Buchprojekt gemacht: die mit Myriam Dostal, Theatermalerin und Sozialpädagogin in Hof. Die 42-Jährige hat die Geschichten rund um Lissi und ihre Familie mit freundlichen Zeichnungen illustriert. "Ich hatte natürlich einige Vorstellungen, wie Lissi aussieht, und Myriam hat hier mit viel Fantasie wunderschöne Bilder gemalt. Das war eine spannende Erfahrung", erzählt Lea Stühlmeyer.
In ihren Geschichten lässt die Gymnasiastin ihre junge Hauptfigur das Marmeladenbrot in der Spüle vergessen oder mit ihren Eltern ins Schwimmbad fahren, sie lässt sie mit ihrem Bruder das Zimmer aufräumen und mit ihren Eltern um ein Haustier feilschen. Und während sich Mama und Papa beim Abwasch über Papas Chef ereifern, darf Lissi sogar ihre Puppe frisieren - sehr zum Entsetzen der Mutter, die die Sauerei erst später entdeckt.
Für einige ihrer fiktiven Geschichten hat die 15-jährige Lea, ein Einzelkind, sogar eifrig recherchiert: "Ich habe bei meinen Klassenkameraden nachgefragt, wie sich Geschwister anfühlen", verrät sie. Aus den Antworten hat sie sich Lissis großen, besserwisserischen Bruder Ben erschaffen. Doch auch für sich selbst hat Lea einen Platz in ihrem Buch gesucht: "Mehr noch als mit Lissi identifiziere ich mich mit ihrer Freundin Sarah", berichtet sie - Sarah entspreche mehr ihrem eigenen Wesen.
Während "Lissi tintet vor sich hin" nun im Buchhandel und in der Hofer Bücherei zu haben ist, arbeitet Lea Stühlmeyer schon wieder an anderen Projekten: "Das zweite Buch mit Geschichten über Lissi ist schon fertig geschrieben und wird gerade illustriert", erzählt sie. Und berichtet: "Im Moment arbeite ich an einem Zeitreise-Krimi für ältere Kinder." Die Geschichte, die im Sommer im Rahmen des 1000. Jubiläums des Bamberger Doms erscheinen soll, spielt in der Domstadt: Mit ihren Eltern war Lea dafür eigens nach Bamberg gefahren und hat sich beim Kulturbeauftragten dort informiert. Lea Stühlmeyer: "Ich glaube, insgesamt bin ich schon eine Vielschreiberin."
Von Christoph Plass / HOFER ANZEIGER / 4.1.2012
Am 13. Januar 2012 gratulierte Oberstudiendirektor Rainer Schmidt der jungen Autorin zu ihrem gelungenen Erstlingswerk und wünschte ihr weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Schreiben. Als Dankeschön überreichte Lea Stühlmeyer dem Schulleiter ein Handexemplar für die Schülerbibliothek.