[schiller-gymnasium hof]
[NTG und WSG-W]

Berufsberatung

Nicht nur ein einmaliges Gespräch, sondern Begleitung beim Entscheidungsprozeß

So richtig können sich Schüler/innen und Eltern manchmal gar nicht vorstellen, was Berufsberatung bedeutet, wie ein Gespräch abläuft und was es bringt oder nicht bringt, die Berufsberatung in Anspruch zu nehmen. Das liegt u.a. daran, dass es für eine Beratung, die diesen Namen verdient, kein einheitliches Muster gibt: zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen, die die einzelnen mitbringen: Versuche ich mit einem Schüler, die beste Kombination für die Ortswünsche im ZVS-Bewerbungsantrag herauszufinden, so wird er nach dem Gespräch der Meinung sein, dass ihm das sehr geholfen hat; ergibt sich aber im Gespräch, dass ein Schüler sich unter einem Studien- und Berufsfeld etwas völlig anderes vorgestellt hat, dass die zu erwartende Abi-Note den Zugang zum gewünschten Studiengang mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht eröffnen wird etc., dann wird derjenige wohl sagen: Jetzt weiß ich auch nicht mehr als vorher … Wichtig sind mir in diesem Zusammenhang zwei Aspekte: zum einen ist die Studien- und Berufsentscheidung ein Projekt, das sich über einen längeren Zeitraum entwickeln muss. Das bedeutet, dass ein Gespräch immer nur eine „Momentaufnahme“ darstellt, dass aber vorher schon vieles geschehen ist und nachher noch viele Schritte nötig sind. Die Kernkompetenz, die Studien- und Berufswähler/innen brauchen, besteht darin, unterschiedlichste Eindrücke, Informationen, Empfehlungen und Erfahrungen zu sammeln, zu ordnen, zu bewerten und daraus Strategien zu entwickeln. – Ich als Berufsberater komme dabei – wenn Schüler nur einmal das Gespräch suchen – in unterschiedlichen Einzelfunktionen vor: als jemand, der eine Einschätzung neben andere stellt, der Hinweise gibt auf weitere Informationen, der weitere Schritte oder weitere Überlegungen anregt etc. Das Angebot der Berufsberatung besteht aber darüber hinaus auch in einer kontinuierlichen Begleitung: effektiv sind vor allem mehrere Kontakte, die den Prozess der Entscheidungsfindung begleiten und auf unterschiedlichen Stufen reflektieren. Wenn Schüler/innen beim ersten Gespräch mit dem Anliegen kommen, wie sie denn überhaupt mit dem Thema Studien- und Berufswahl umgehen sollen und später – nach Gesprächen in der Schule, eigenen Recherchen, Erkundigungen an der Hochschule, kurzen Rückmeldung per mail etc. – als gut informierte und bewusste Gesprächspartner an den Feinheiten ihrer beruflichen Strategien feilen, dann gehört das für mich zu den Highlights meiner Tätigkeit.
Und der zweite Aspekt: Wer das persönliche Gespräch mit dem Berater sucht, tut das freiwillig. Zukünftige Abiturienten aber generell in die Lage zu versetzen, für die Zeit nach der Schule fundierte Entscheidungen zu treffen, ist die gemeinsame Aufgabe von Schule und Berufsberatung und muss daher für die Schüler/innen auch verpflichtende Angebote beinhalten. Im Schiller-Gymnasium gibt es daher ein Grundkonzept, das von Seiten der Schule Frau OStRin Karin Mehling in ihrer Funktion als Beratungslehrerin verantwortet:
In der 11. Klasse werden im Klassenverband die Schüler über Möglichkeiten nach dem Abitur informiert, erhalten Anregungen dazu, wie sie sich eine Entscheidung erarbeiten können und beschäftigen sich durch einen kurzen Berufswahltest mit ersten Interessensschwerpunkten. Studieninformationstage am Ende der K 12 bieten an einem Vormittag eine breite Palette von unterschiedlichen Themen und Kontakte zu Gesprächspartnern aus Industrie, Wirtschaft, Freiberuflern und dem Hochschulbereich. Die Schnuppertage der Hochschulen und der alle zwei Jahre stattfindende „Hofer Hochschultag“ laden an die Hochschulen ein und bieten vor Ort Einblick in die unterschiedlichen Fachbereiche. Auch im Hinblick auf den studien- und berufsbezogenen seminaristischen Unterricht im G 8 werden solche Aspekte sicher noch weiterentwickelt und etwa durch Angebot ergänzt werden, die sich mit Schlüsselqualifikationen wie Präsentieren, Argumentieren und Moderieren und Fragen des Selbstmanagements beschäftigen können.
Für die engagierte Zusammenarbeit im vergangenen Schuljahr möchte ich Frau Mehling , Herrn OStR Adalbert Neumeister und der Schulleitung ganz herzlich danken.

Armin Schmidt
Berufsberater für Abiturienten, Arbeitsagentur Hof

 

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